Unverzichtbar für die Herausforderungen des Bauens - Branche trifft den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr zum Praxistalk Großraum- und Schwertransporte

Beim Praxistalk mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, Ulrich Lange, MdB, am 31. März in Genderkingen vor Ort, wurde deutlich: Großraum- und Schwertransporte (GST) sind eine tragende Säule für Industrie- und Infrastrukturprojekte in Deutschland – gleichzeitig sehen sich Unternehmen mit steigenden bürokratischen Hürden und uneinheitlichen Regelungen konfrontiert.

Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Baustoffindustrie, dem Transportgewerbe, Behörden, Verbänden und Politik diskutierte der BIV als Stimme der betroffenen Unternehmen die aktuellen Herausforderungen im Bereich GST.

Praxis zeigt wachsende Belastungen

Die Diskussion machte deutlich, dass die Anforderungen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Zu den zentralen Herausforderungen zählen:

  • steigende Nebenkosten durch häufig wenig praxisnahe behördliche Auflagen
  • uneinheitliche Regelungen bei Dauergenehmigungen zwischen den Bundesländern
  • fehlende Transparenz bei Brückentraglasten, die die Planbarkeit erheblich erschwert

Ein zentrales Thema war zudem der hohe Aufwand bei Genehmigungsverfahren. Die Teilnehmenden kritisierten insbesondere die Vielzahl individueller Anforderungen auf Ebene einzelner Genehmigungsbehörden.

„Blinkzirkus“ als Sinnbild für überbordende Auflagen

Deutlich wurde der Unmut der Branche beim Thema Begleitfahrzeuge: Für einzelne Transporte sind mittlerweile bis zu sechs Fahrzeuge mit Warnleuchten im Einsatz – oft mit Kosten, die die eigentlichen Transportkosten übersteigen. Branchenvertreter sprachen in diesem Zusammenhang vom sogenannten „Blinkzirkus“.

„Wenn wiederkehrende Transporte immer wieder neu genehmigt werden müssen und jede Behörde eigene Anforderungen stellt, ist wirtschaftlicher Transport kaum noch möglich“, so ein Vertreter des Transportgewerbes.

Konkrete Forderungen an die Politik

Im Rahmen des Termins übergab der BIV einen Fragenkatalog sowie ein Positionspapier. Die Kernforderungen:

  • bundeseinheitliche Regelungen
  • stärkere Digitalisierung der Genehmigungsverfahren
  • mehr Dauergenehmigungen für regelmäßig stattfindende Transporte

Der Staatssekretär betonte, dass bereits an rechtlichen Rahmenbedingungen zur Vereinfachung der Verfahren gearbeitet werde. Gleichzeitig müsse jedoch auch der Zustand der Infrastruktur berücksichtigt werden, insbesondere im Hinblick auf sanierungsbedürftige Brücken.

Der Praxistalk zeigte klar: Ohne spürbare Entlastungen bei Bürokratie und Genehmigungsprozessen drohen Verzögerungen und Mehrkosten für zentrale Infrastrukturprojekte. Jetzt liegt es an der Politik, gemeinsam mit der Branche praktikable Lösungen umzusetzen.