Wer braucht sie?

Heimische Rohstoffe – Fundament unseres Alltags

Wir alle haben durch unser modernes Leben einen Grundbedarf an Rohstoffen! Ohne mineralische Rohstoffe kein Bau und keine industriellen Produkte, kurz - keine Infrastruktur! Gebäude, Kanalisation, Straßen, Garten- und Landschaftsbau, Kulturdenkmäler, Glas, Keramik, Laptops, Smartphones, natürliche mineralische Dünger, ja sogar Zahnpasta… diese und noch viele Beispiele mehr gäbe es ohne heimische Rohstoffe schlichtweg einfach nicht.

Ein Kilogramm pro Stunde ...

Der Bedarf an mineralischen Rohstoffen summiert sich alleine in Bayern auf rund 150 Mio. Tonnen, davon allein rund 120 Mio. Tonnen Sand, Kies und Schotter für die Bauwirtschaft. Für jeden Einwohner bedeutet dies, dass er pro Tag über 30 kg benötigt – also mehr als ein Kilogramm pro Stunde.

Recyceln was geht, abbauen, was nötig ist.

Ziel muss sein, die Rohstoffversorgung zu sichern, egal ob mit Recyclingmaterial oder Primärrohstoffen. Essenziell ist, dass die Rohstoffgewinnung nahe dem Verbrauchsort bleibt, idealerweise innerhalb von 35 km. Andernfalls verschlechtert sich die Umweltbilanz erheblich, die Transportkosten übersteigen die Materialkosten und verteuern das Bauen.

Bayernweit fallen nur rund 10,5 Millionen Tonnen an Bauschutt und 4 Millionen Tonnen Straßenaufbruch ab. Derzeit machen Recyclingmaterialien in Bayern etwa 11 % des Gesamtbedarfs an Rohstoffe aus. Dieses Limit liegt nicht am mangelnden Willen der Branche, sondern an der begrenzten Verfügbarkeit von Material. Selbst wenn alle Städte in Deutschland abgerissen würden, könnten wir den jährlichen Bedarf für den Bau nicht decken – und hätten danach kein Material mehr. Der Anfall an Bauschutt „atmet“ mit der Bautätigkeit. Wird weniger gebaut und sinkt der Bedarf an Baurohstoffen, so geht erfahrungsgemäß auch die Abbruchtätigkeit zurück. Es fällt somit weniger Bauschutt an. Das Verhältnis zwischen Bauschutt und Rohstoffbedarf bleibt also in etwa gleich. Außerdem sind die anfallenden Bauschuttmengen in Häufung und Qualität regional sehr unterschiedlich verteilt. Eine flächendeckende Quotierung beispielsweise wäre daher kontraproduktiv. 

Nicht jede Tonne des anfallenden Bauschutts ist zudem für die Herstellung von neuem Baustoff geeignet. Es gibt umweltrelevante Merkmale, aber auch technische Anforderungen an Ausgangsmaterialien für die Herstellung von Baustoffen für Straßen-, Tief- und Hochbau, die nicht von jedem Bauschutt erfüllt werden können. Aufwendige Aufbereitung lohnt sich in manchen Fällen weder wirtschaftlich noch ökologisch. Aus diesem Grund werden von den anfallenden gut 10 Mio. Tonnen Bauschutt rund 7 Mio. Tonnen als Primärrohstoffsubstitut wieder eingesetzt. Ein abgerissenes Haus ergibt nicht 1:1 ein neues Haus aus recyceltem Material – auch, wenn das wünschenswert wäre.

 

Info

Der Freistaat Bayern ist das flächengrößte und zweitbevölkerungsreichste Bundesland. Die rohstoffgewinnenden Unternehmen im BIV sind Grundversorger, decken den Bedarf unserer modernen Gesellschaft.