Eine Branche, die in Anspruch genommene Flächen wieder nutzbar macht.

Keiner gräbt in Bayern einfach so eine Grube. Die Genehmigung einer Gewinnungsstätte ist kein Selbstläufer. Sie erfolgt in Bayern nach strengen Auflagen zum Beispiel für Naturschutz-, Wasser-, und Waldschutzrecht. Gutachten, zum Beispiel zum Schutz der Anwohner vor Staub und Lärm, aber auch zahlreiche Analysen müssen durchgeführt werden. 

Bei den Gewinnungsflächen handelt es sich um eine Zwischennutzung über mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Die Rohstoffgewinnung erfolgt in kleinen Abschnitten und nicht auf einmal auf der ganzen Fläche. So wird ein Teil für den Abbau genutzt, während andere Bereiche bereits rekultiviert oder renaturiert werden. Schon lange vor der Genehmigung einer Gewinnungsstätte wird festgelegt, wie lange ein Gebiet genutzt wird, wie es nach der Nutzung auszusehen hat und wie es rekultiviert oder renaturiert werden soll.

Rekultivierung und Renaturierung

Pro Jahr werden in Bayern rund 0,013 % der Landesfläche für die Gewinnung von oberflächennahen Rohstoffen in Anspruch genommen (im Vergleich hat der landwirtschaftliche Anteil an Fläche eine Größe von 44 %). Diese insgesamt 890 Hektar werden jedoch nur temporär genutzt. Das bedeutet ganz konkret – die für die Rohstoffgewinnung notwendigen Flächen werden vorübergehend beansprucht, sie stehen danach für andere Nutzungsmöglichkeiten wieder zur Verfügung.

Was bedeutet Renaturierung und worin besteht der Unterschied zur Rekultivierung?

👉 Renaturierung: Herstellung als naturnaher Lebensraum für Flora und Fauna; Nutzung häufig als Biotop = abgrenzbare Lebensräume für bestimmte, meist seltene und gefährdete Arten.

👉 Rekultivierung: Die Flächen werden nur vorübergehend beansprucht, nicht versiegelt und später einer weiteren Nutzung zurückgegeben – also rekultiviert (Herstellung von Bodenfruchtbarkeit und ursprünglicher Pflanzendecke; Nutzung z.B. von Forst- und Landwirtschaft oder als Naherholungsgebiet) In vielen Fällen sind die Böden nach der Rekultivierung sogar hochwertiger, als sie das vor der Rohstoffgewinnung waren.

Info

Die durch die Rohstoffgewinnung temporär in Bayern beanspruchte Fläche pro Jahr, beläuft sich auf rund 8,9 km2. Das entspricht genau der Fläche des Tegernsees.