Zahlen, Daten, Fakten

Der Bayerische Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden vertritt die gemeinsamen wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftspolitischen Interessen von knapp 450 Mitgliedsfirmen mit rund 13.000 Arbeitsplätzen. Die Mitgliedsunternehmen stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Bayern dar und produzieren neben anderen Produkten jährlich 150 Mio. Tonnen Rohstoffe und mineralische Baustoffe, 10 Mio. Tonnen Betonwaren und Fertigteile sowie 8,3 Mio. m³ Transportbeton.

 

Der Bedarf an mineralischen Rohstoffen summiert sich allein in Bayern auf rund 150 Mio Tonnen, davon allein rund 130 Mio Tonnen Sand, Kies und Schotter (ca. 90 %) für die Bauwirtschaft. Für jeden Einwohner bedeutet dies, dass er pro Tag über 30 kg benötigt – oder anders ausgedrückt etwa 2 große Einkaufstaschen Gestein nach Hause tragen müsste.

In Bayern gibt es aber auch Lagerstätten von speziellen Industriemineralen und bedeutenden Naturwerksteinen. So werden beispielsweise die Papier-, Keramik- und Glasindustrie, die Chemie- und Lebensmittelindustrie und die Eisen- und Stahlindustrie mit unseren heimischen Rohstoffen versorgt.

 

Recycling

Von den rund 9 Mio Tonnen Bauschutt pro Jahr werden 7 Mio Tonnen der Wiederverwertung im Hoch- und Tiefbau zugeführt. Damit ist die technisch mögliche und wirtschaftlich sinnvolle Grenze weitgehend erreicht. Nicht einmal 10 % des Bedarfs an Rohstoffen lassen sich durch Recycling decken.

Anfallender mineralischer Bauschutt und Straßenaufbruch wird in Bayern bereits zu etwa 80% (Bauschutt) bzw. über 90% (Straßenaufbruch) recycelt. Hierdurch werden Deponieflächen gespart, „Abfalltourismus“ vermieden und natürliche Boden- und Baustoffressourcen geschont.

 

Flächennutzung

Pro Jahr werden in Bayern rund 0,013 % der Landesfläche für die Gewinnung von oberflächennahen Rohstoffen in Anspruch genommen. Diese insgesamt 890 Hektar werden jedoch nur temporär genutzt. Das bedeutet ganz konkret – die für die Rohstoffgewinnung notwendigen Flächen werden vorübergehend beansprucht, sie stehen danach für andere Nutzungsmöglichkeiten wieder zur Verfügung.

 

Naturschutz

Im Jahr 2005 haben Sabine Gilcher und Ulrich Tränkle im gemeinsamen Auftrag des BIV und des Landesamtes für Umwelt Bayern, die Steinbrüche und Gruben in Bayern einer umfassenden wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen. Die Wissenschaftler konnten vor Ort 155 in Bayern gefährdete Pflanzenarten nachweisen. Bayerns Steinbrüche bieten 123 Vogelarten ein neues Zuhause. Davon sind 51 Arten sogar in ihrem Bestand bedroht und werden in der Roten Liste Bayerns aufgeführt. Ohne Steinbrüche wäre dieser Erfolg nicht möglich, denn außerhalb der Alpen sind diese Lebensräume nur noch in Resten ihrer ursprünglichen Ausprägung vorhanden.